Die Geschichte des Verein

Zwei strafrechtliche Gesetze, das Jugendgerichtsgesetz 1953 und das dritte Strafrechtsänderungsgesetz vom 04.08.1953 haben seinerzeit mit Wirkung vom 01.01.1954 die Bewährungshilfe und den Bewährungshelfer in unserer Rechtsordnung verankert. Durch Strafaussetzung zur Bewährung sollten der Vollzug der Freiheitsstrafe, insbesondere der kurzen Freiheitsstrafe, zurückgedrängt, die Rückfallkriminalität eingeschränkt und die Voraussetzungen für die Resozialisierung Straffälliger verbessert werden.
An dieser Entwicklung waren von Anfang an Richter, Staatsanwälte und Bewährungshelfer beteiligt, die sich aus Überzeugung für "Hilfe zur Selbsthilfe" eingesetzt haben, um damit Bewährung in Freiheit zu ermöglichen. Sie haben sich zu diesem Zwecke in Vereinen zusammengeschlossen, um so in unbürokratischer Weise helfen zu können die Lücken zu schließen, die eine Staatsverwaltung immer lassen wird und lassen muss.


Es war am 1.März 1954, als der damalige Landgerichtspräsident Zais in Heilbronn die Jugendrichter seines Bezirks bat, sich bei ihm zu einer Besprechung "der künftigen Gestaltung der im Jugendgerichtsgesetz vorgesehenen Bewährungshilfe" einzufinden. Diese Besprechung führte am 13.März 1954 zur Gründung des Bewährungshilfevereins "Jugendhilfe Unterland". Der Verein wurde am 26.04.1954 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Heilbronn eingetragen und vom Finanzamt Heilbronn am 12.06.1954 als gemeinnützige Einrichtung anerkannt.

In § 2 der Satzung war zunächst bestimmt: "Der Verein dient dem Zweck, im Bereich des Landgerichtsbezirks Heilbronn gefährdete Minderjährige zu betreuen, vor allem im Rahmen der Bewährungshilfe. Er berät die Jugend- richter bei der Auswahl und Bestellung von Bewährungshelfern und unterstützt die Bewährungshelfer bei ihren jugendpflegerischen und jugendfürsorgerischen Aufgaben. Er kann seine Tätigkeit auch auf die Bewährungshilfe für Erwachsene ausdehnen." Zu den Gründungsmitgliedern gehörten außer Landgerichtspräsident Zais noch der damalige Amtsgerichtsdirektor und spätere Ministerialdirektor Emil Müller, der Oberamtsrichter und spätere Amtsgerichtsdirektor Frisch aus Schwäbisch Hall, der Amtsgerichtsrat und spätere Landgerichtspräsident Dr. Kohnle und Amtsgerichtsrat und späterer Amtsgerichtspräsident Aspacher. Zum ersten Geschäftsführer wurde Herr Dr. Kohnle und als dessen Stellvertreter Herr Gärttner, späterer Vizepräsident des Landgerichts Heilbronn gewählt. Justizoberinspektor Scheuermann übernahm erstmals die Geschäfte des Kassiers und Schriftführers. Am 19.06.1954 zählte der Verein bereits 21 Mitglieder, die alle - Richter, Staatsanwälte und Rechtspfleger - der Justiz angehörten. Landgerichtspräsident Zais musste den Vorsitz leider schon nach einem Jahr wegen Krankheit abgeben. Als Ehrenvorsitzender blieb er dem Verein verbunden, bis er am 15.06.1964 starb. Ihm folgte für kurze Zeit Amtsgerichtsdirektor Müller, bis am 10.09.1955 Landgerichtsdirektor Stoll zum Vorsitzen- den des Vereins gewählt wurde. Herr Stoll stand dem Verein bis zu seinem frühen Tod am 10.03.1963 vor. Nachfolger war Herr Dr. Habermaier, der die Geschicke des Vereins von 1963 bis 1979 lenkte. In der Ära Aspacher von 1979 bis 1986 wurden die großen "Wohnprojekte" mit dem Kauf des Hauses Weinsberger Str. 5/3 (1980) und der Planung der Wohngemeinschaften Schwäbisch Hall und Vaihingen/Enz im gleichen Jahr eingeleitet. Die Geschäfte des Vereins führte der Vorsitzende Richter Dr. Häussermann. Mit im Vorstand waren Oberstaatsanwalt Mainx, Vizepräsident Gärttner und Richter am AG Körner. Von 1987 bis 2000 setzte sich der Vorstand zusammen aus dem Vorsitzenden Dr. Bauser, Präsident des Landgerichts Heilbronn, Vorsitzender Richter am Landgericht Dr. Häussermann, Richterin am Landgericht Frau Fettes, Oberstaatsanwalt Mainx und Richter am Amtsgericht Körner. In den Beirat gewählt wurden die Richter Baach, Hieber, Kollmar und Bewährungshelfer Schweikle.

Mit dem Kauf des Hauses Steinstr. 4 (1988) wurde das Angebot von 8 Plätzen in der teilstationären Einrichtung Weinsberger Straße um weitere 8 Wohnplätze in der sogenannten Übergangsunterkunft erweitert.
1989 wurde Herr Richter am Amtsgericht Nietzer für das ausgeschiedene Vorstandsmitglied Dr. Häussermann in den Vorstand gewählt. 1993 ersetzte Herr Dr. Amendt das verstorbene Vereinsmitglied Richter am Amtsgericht Körner. Im gleichen Jahr wurde der Beirat ergänzt durch die Bewährungshelfer Münch, Brunsch, Wieland und Gojowczyk. 1995 schied Frau Fettes aus dem Vorstand aus, dafür wurde Richterin am Landgericht Ziegler-Göller gewählt.
11.05.2001  Herr Harriehausen wird zum neuen Vorstandvorsitzenden gewählt. Vorstandsmitglieder damals waren Frau Ziegler-Göller, Herr Dr. Amendt, Herr Nietzer und Herr Schweikle.

17.04.2004 50 Jahre Verein Jugendhilfe Unterland e.V.

06.05.2004  Mitgliederversammlung: „Schwitzen statt Sitzen“, Antigewalttraining, Projekt Chance und Sexualtherapie werden als neue Projekte ins Auge gefasst.

01.07.2005  Einstieg in das Nachsorgeprojekt „Chance“. Fehlende Betreuung nach der Haft lässt Strafentlassene nicht selten in ein „Entlassungsloch“ fallen, vor allem wenn keine Bewährungshilfe einsetzt. Auf dieser Erkenntnis baut vor allem die Konzeption dieses Projekts auf. Der Entlassenen soll mit entsprechenden Nachsorgemaßnahmen davor bewahrt werden, in der kritischen Phase kurz nach der Entlassung, rückfällig zu werden.

Für den Verein Jugendhilfe Unterland, als Dienstleister, arbeiten Honorarkräfte und Ehrenamtliche, die als Koordinatorin bzw. FallmanagerInnen Kontakt zu Inhaftierten aufnehmen und diese sofort nach der Entlassung weiter beraten und begleiten. Eine Betreuung erfolgt in der Regel bis zu 6 Monaten nach der Haft.

Mit der Vereinsgeschichte parallel läuft die Entwicklung der Bewährungshilfe im Landgerichtsbezirk Heilbronn. Am 01.03.1955 wurde der erste hauptamt- liche Bewährungshelfer in der Person des Herrn Henne im Landgerichtsbezirk Heilbronn angestellt, zuständig für die Amtsgerichte Besigheim, Brackenheim, Heilbronn, Marbach, Maulbronn und Vaihingen/Enz. Ihm folgte am 01.04.1955 der für die Amtsgerichte Schwäbisch Hall, Künzelsau und Öhringen zuständige Bewährungshelfer Meister. Vordem hatte sich ein ehemaliger Vollzugsbeam- ter, Herr Regierungsrat a. D. Kleiner, als ehrenamtlicher Bewährungshelfer zur Verfügung gestellt. Bis zum Jahre 1967 kamen noch hinzu die Bewährungshelfer Farin, Schweikle und Berger. 2006 zählen wir im Landgerichtsbezirk Heilbronn 22 Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer, 2 Gerichtshelferinnen und 1 Gerichtshelfer.

Mit der Einstellung des ersten Bewährungshelfers begann auch die unterstützende Tätigkeit unseres Vereins "Jugendhilfe Unterland", dessen Bußgeldeinträge bis zum 07.04.1955 sich immerhin schon auf 12.000 DM belaufen haben. Das Land bediente sich dieser Mithilfe und überließ es weitgehend dem Verein, die Bewährungshelfer mit dem Nötigsten auszu- statten und ihnen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit zu schaffen.

So stattete der Verein die Diensträume der Bewährungshelfer jeweils mit zusätzlichen Büromöbeln aus. Er beschaffte fehlende Schreibmaschinen, Diktiergeräte und Abnahmegeräte. Darüber hinaus stellte er Bürokräfte und zusätzliche Schreibkräfte zur Verfügung.

Der Verein ermöglichte sodann die Motorisierung der Bewährungshelfer, die bei dem weiträumigen Landgerichtsbezirk unumgänglich ist, indem er großzügig zinslose Darlehen für die Anschaffung von PKWs zur Verfügung stellte und durch Erhöhung der oft niedrigen Kilometer-Pauschale den unbeschränkten Einsatz des Fahrzeugs möglich machte.

Von Anfang an stellte der Verein den Bewährungshelfern angemessene Handgelder zur Verfügung, um diese in die Lage zu setzen, in Eilfällen ihren Probanden unbürokratisch sofort materielle Hilfe zuteil werden zu lassen.
Wie der Bewährungshelfer im übrigen Hilfe leistete und nach welchen Methoden, unterlag nicht der Prüfung des Vereins, zumal der Gesetzgeber dem Bewährungshelfer auch keine Richtlinien hierfür erteilt hat. Der Verein hat unterstützt, was Bewährungshelfer auf Grund ihrer Berufserfahrung und methodischer Sozialarbeit zur Förderung vorgeschlagen haben.

Sehr dienlich für die ambulante Bewährungshilfe hat sich die Möglichkeit erwiesen, den Probanden nach seiner Entlassung für kurze Zeit bis zur Beschaffung von Wohnung und Arbeit unterbringen zu können. Der Verein hatte daher seit Jahren 5 Einzelzimmer angemietet. Sehr bald wurde auf Grund der Wohnungsnot in den 70er Jahren ein Haus in der Weinsberger Straße erstanden und 8 Zimmer für Strafentlassene eingerichtet.

In dem Bemühen, die Resozialisierungsarbeit an dem Straftäter schon während seiner Inhaftierung zu unterstützen, hat der Verein auch den in seinem Bezirk oder in der Nachbarschaft liegenden Strafvollzugsanstalten, insbesondere den Jugendstrafanstalten und den in ihnen bestehenden Einrichtungen der Gefangenenfürsorgem, so auch dem Verein Jugendhilfe im Vollzug in Schwäbisch Hall, tätige Hilfe geleistet. Hervorzuheben ist hier die Gewährung größerer Geldbeträge an die Jugendstrafanstalt Schwäbisch Hall zu Errichtung einer Ausbildungswerkstatt für Oberflächenbearbeitung und zur
Anschaffung einer zweiten mechanischen Werkstatt.

Der Verein hat im weiteren die örtliche Anlaufstelle der Sozialberatung Heilbronn bei ihrem Aufbau mit einem Geldbetrag von 22.500 DM unterstützt. Er hat der Sportvereinigung Grün-Weiß Heilbronn und der Vollzugsanstalt Heilbronn Mittel für Geräte und Einrichtungen zur Verfügung gestellt; er betreut auch die Arbeit der beiden Gefängnispfarrer an dieser Anstalt.
Laufende Beträge gibt der Verein an die Beratungsstelle für Frauen und Mädchen in Heilbronn und gelegentlich Zuwendungen an das Evangelische Mädchenwohnheim Friedrichshof in der Erkenntnis, dass diese Einrichtungen der Vorbeugung der Straffälligkeit förderlich sind.

Der Verein hat schließlich die Arbeit des Vereins "Drogenhilfe Unterland", der in Möckmühl-Züttlingen auf Gut Assumstadt ein Therapiezentrum für Drogensüchtige geschaffen hat, mit einem Geldbetrag von rd. 70.000 DM unterstützt, weil auch diese Einrichtung der Bewährungshilfe von Nutzen ist.

Einem Bedürfnis der Fortbildung auf kriminologischem und kriminalpolitischem Gebiet für Richter, Staatsanwälte und Bewährungshelfer diente die Bildung eines kriminologischen Arbeitskreises im Jahre 1964. Seitdem finden in diesem Arbeitskreis jährlich bis zu 6 Vorträge statt von Wissenschaftlern und Praktikern aus allen Gebieten des Rechts, der Psychiatrie und der Psychologie sowie anderen Wissenschaften. Es werden auch Exkursionen in Vollzugsanstalten, Psychiatrische Krankenhäuser und Erziehungs- und Jugendheime unternommen. Der Arbeitskreis ist im Laufe der Jahre zu einer Einrichtung geworden, die auch über die Grenzen unseres Landgerichtsbezirks hinaus wegen seiner Bedeutung Ruf und Namen hat und der nicht zuletzt dazu beigetragen hat, das Interesse der Bürger für Probleme der Bewährungshelfer und ihrer Probanden zu wecken.

Die fachliche Förderung von Richtern, Staatsanwälten, Bewährungshelfern und Gerichtshelfern ermöglichte der Verein durch die Ausrichtungen von Tagungen und Fortbildungsveranstaltungen ebenso wie eine Handbücherei mit juristischen, kriminologischen, psychiatrischen und pädagogischen Schriften.
Hatte der Verein bis zur Einrichtung staatlicher Praktikantenstellen für Sozialarbeiter selbst Praktikanten zur Ableistung des Berufspraktikums beschäftigt, so unterstützt er jetzt die Arbeitsgemeinschaft für Sozialarbeiter der Justiz beim Landgericht Heilbronn, soweit die für die berufliche Weiterbildung ausreichen.

Ein besonderer Verdienst kommt dem Verein schließlich für die Einrichtung der Gerichtshilfe für Erwachsene im Landgerichtsbezirk Heilbronn im Jahre 1968 zu. Vom 15.04.1968 bis 30.04.1970, dem Zeitpunkt der Übernahme des ersten Gerichtshelfers, Herrn Schukraft, in den Landesdienst, besoldete der Verein den Gerichtshelfer und sorgte für die sachliche Ausstattung der Gerichtshilfestelle. Inzwischen ist die Gerichtshilfe für Erwachsene durch das Einführungsgesetz zum StGB vom 02.03.1974 in der Strafprozessordnung verankert worden, ein Erfolg, an dem auch unser Verein teilnimmt.

Galten die bisher aufgeführten Förderungsmaßnahmen in erster Linie der örtlichen Bewährungshilfe, so erwachsen dem Verein auf Grund seiner Zugehörigkeit zum Verbad der Bewährungshilfevereine im OLG-Bezirk Stuttgart noch weitere Aufgaben. Die frühere Erwägung, am Ort ein Heim für Probanden zu bauen und zu unterhalten, hat unser Verein bald wieder fallen gelassen, weil seine finanzielle Kraft hierfür nicht ausreicht. Es erwuchs daher die Erkenntnis, dass sich für eine solche Aufgabe wegen ihres überörtlichen Umfangs mehrere Vereine zusammenschließen sollten. Zu dieser Dachorganisation aus Bewährungshilfevereinen im württembergischen Landesteil kam es am 26.11.1957. Dieser Verband baute das Heim Donautal um Ulm, das 1960 in Betrieb genommen wurde mit der Aufgabe, besserungsfähige und besserungs- willige männliche Probanden im Alter zwischen 16 und 23 Jahren aufzunehmen und so weit zu fördern, dass sie in der Lage sind, ihr Leben in Freiheit und eigener Verantwortung zu führen. Das Haus wurde 1964 durch Aufstockung erweitert und 1976/77 einschneidend umgebaut. Mittlerweile wurde diese Einrichtung geschlossen und das Haus verkauft.

01.01.2007  Übertragung der Bewährungshilfe an Neustart gGmbH. Kooperationsvereinbarung für sogenannte „Klientengelder“ mit Neustart. Jährlich zahlt der Verein bis zu 4000.- € in einen von Neustart verwalteten „Dispofonds“ ein, aus dem Unterstützungsgelder bis 100.-€ an Probanden gezahlt werden können.

01.02.2007  Das erste AGT-Kursangebot des Vereins „Stoßdämpfer“ wird von Herrn Hannss und Herrn Groh in Heilbronn vorbereitet. Der sechsmonatige Kurs mit 11 Teilnehmern beginnt im September 2007. Mittlerweile wurden vier Trainer mit finanzieller Unterstützung des Vereins ausgebildet und insgesamt 8 Kurse mit durchschnittlich 8 Teilnehmern veranstaltet. Seit November 2010 bietet der Verein zusätzlich in Schwäbisch Hall ein jährliches AGT-Training an.

27.07.2007  Vertragsunterzeichnung mit dem Netzwerk Straffälligenhilfe BW über die „Durchführung des Projekts zur Vermittlung von Straffälligen in gemeinnützige Arbeit“ (Schwitzen statt Sitzen). Seither wurden von drei hauptamtlichen Sozialarbeitern der Abteilung „Schwitzen statt Sitzen“ über 6000„Arbeitsstündler“ vermittelt, die bis jetzt 370.000 Arbeitsstunden in gemeinnützigen Einrichtungen abgeleistet haben.                            Anzahl der vermiedenen Hafttage: 54.000.

Im gleichen Jahr Kooperationsvereinbarung mit Stadt Heilbronn für die „Fremdmüllbeseitigung“ an Glas- und Papiercontainerstandorten mit einer eigenen Arbeitsgruppe. Zweimal in der Woche werden nach Vorgaben der Stadt die Standorte abgefahren. Unter Aufsicht eines Arbeitsanleiters werden diese von den Arbeitsstündlern besenrein gesäubert.

01.04.2008  Zeugenbegleitung. Für den Einstieg in dieses wichtige Projekt wurde die Vereinssatzung um den Zusatz „Erbringung unparteilicher Dienstleistungen für die Justiz“ ergänzt. Die  Jugendhilfe Unterland e.V. führt seit April 2008 für die Gerichte im Bezirk des Landgerichts Heilbronn im Interesse des Opferschutzes eine Zeugenbegleitung durch:

Da ein Strafverfahren für Opfer meistens sehr belastend ist, insbesondere in Verfahren wegen Sexual- oder anderen Gewaltdelikten, richtet sich das Angebot der Zeugenbegleitung gezielt an: • Opferzeugen bei Sexualdelikten oder häuslicher Gewalt • Alle Kinder und Jugendliche, die als Zeugen in einem Strafverfahren beteiligt sind, sowie deren Bezugspersonen • Opfer von Gewaltdelikten • Zeugen mit besonderem Bedarf an Unterstützung (ältere Menschen, Behinderte). Zeugen reagieren in der Regel auf anstehende Vernehmungen mit großen Verunsicherungen, Belastungen und Ängsten. Als Belastungsfaktoren werden am häufigsten • die Begegnung mit dem Angeklagten • fehlendes Wissen über den Prozess- und Vernehmungsablauf genannt Durch Zeugenbegleitung soll dieser besonderen Situation von Opferzeugen Rechnung getragen werden. 01.03.2011  Eltern-Kind Projekt. Ein mit finanzieller Unterstützung der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH ins Leben gerufenes Hilfsprojekt für Kinder inhaftierter Eltern. Die Inhaftierung eines Elternteils ist für jedes Kind furchtbar. Nicht minder die Überbrückung eines langen Strafvollzuges. Und wenn Vater oder Mutter nach der Entlassung in die Familie zurückkehrt, ist nichts wie früher. In diesen Krisen brauchen die Kinder und die Eltern Hilfe von außen, um mit der Situation klarzukommen. Für ein solches Kind-Eltern-Projekt, bei dem die Kinder, ihre Bedürfnisse und ihre Rechte im Mittelpunkt stehen, hat die Baden-Württemberg Stiftung gGmbH  dem Projekt Chance e. V. 500.000 € zur Verfügung gestellt. Damit ist der Verein in der Lage, mit dem Netzwerk Straffälligenhilfe in Baden-Württemberg jedem Kind und jedem Jugendlichen, der von Inhaftierung eines Elternteils betroffen ist, professionelle oder angeleitete ehrenamtliche Hilfe anzubieten. Seit 2011 hat die Koordinatorin Frau Dentz-Bauer 24 Familien betreut, Tendenz steigend (in 2014 waren es bisher 9 Fälle).

2011  Umfangreiche Gebäudesanierung mit Wärmedämmung und Dachisolation am Haus „Weinsberger Str. 5/3“ mit dem Ergebnis einer deutlich verbesserten Energiebilanz und einer optischen „Auffrischung“ der Liegenschaft. 2014  Ausbau des Gruppen- und Besprechungsraumes im Haus Weinsberger Straße, der für die Nutzung als Anti-Gewaltrainingsraum, Konferenz- und Versammlungsraum an Fläche und Attraktivität gewonnen hat.

Während der „Ära Harriehausen“ hat sich die Anzahl der Mitarbeiter deutlich erhöht: Bis Mai 2001 fünf MitarbeiterInnen für die Bereiche Wohngemeinschaft, Schreibdienst, Geschäftstelle, Haustechnik und Ubergangsunterkunft. Seit Mai 2001 Anstieg der Mitarbeiterzahl auf jetzt insgesamt 12 haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter in den Abteilungen Wohngemeinschaft, Übergangsunterkunft, Organisation und Verwaltung, Vermittlung in gemeinnützige Arbeit, Arbeitsanleitung, Haustechnik, Nachsorge,  Eltern-Kind-Projekt und Zeugenbegleitung.